Unser Ausflug nach Garzweiler
Als wir am Samstag pünktlich um 5 Uhr morgens am Müllheizkraftwerk starteten, wussten wir bereits, dass es wieder ein heißer Tag werden würde. Aber wir hatten ja einen klimatisierten Bus und über die Autobahn ging es Richtung Norden mit zwei Pausen nach Garzweiler. Dort kamen wir überpünktlich um 12 Uhr an. Angemeldet waren wir um ca. 13 Uhr und die von einem Mitarbeiter aus Garzweiler geführte Rundfahrt begann um 14 Uhr.
Während unserer dreistündigen Fahrt erfuhren wir sehr viel Wissenswertes: Im Abbaufeld Garzweiler wird seit mehr als 100 Jahren Braunkohle gefördert. Der Tagebau ging vom Grevenbroicher Stadtgebiet aus und liegt heute schwerpunktmäßig im Rhein-Kreis Neuss und im Kreis Heinsberg. Dazwischen erstrecken sich wie vor dem Eingriff des Bergbaus vor allem ausgedehnte Ackerflächen, die im Zuge der Rekultivierung angelegt wurden. Grünzüge und Windparks gliedern die neue Börde, die mittlerweile eine hohe Biodiversität aufweist. Die Rekultivierung im Rheinland gilt auch unter Experten als vorbildlich.
Im Dreischichtbetrieb fördert der Tagebau Garzweiler jährlich 20 bis 25 Millionen Tonnen Braunkohle, Tendenz abnehmend. Sie werden per Förderband und Werksbahn zu den Kraftwerken Neurath und Niederaußem transportiert und zur Stromerzeugung eingesetzt. RWE Power stellt den Gewinnungsbetrieb im Tagebau Garzweiler 2030 ein. Sollte die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung einzelner Kraftwerke – gemäß Stilllegungspfad des Kohleausstiegs längstens bis zum Jahr 2033 – anordnen, steht für diesen Zeitraum innerhalb des Abbaufelds ausreichend Braunkohle bereit. Ab 2036 wird das Unternehmen die Restmulde des dann stillgelegten Tagebaus über einen Zeitraum von annähernd 30 Jahren mit Rheinwasser füllen, um dort den Garzweiler See anzulegen.
Zwischendurch ging es zum Aussichtspunkt Skywalk, dort erwartete uns ein spektakulär Blick über die Weiten des Tagebaus Garzweiler: Hier, wo einige der größten Bagger der Welt arbeiten, schwebt eine Aussichtsplattform 14 Meter in die Grube hinein – Skywalk macht seinem Namen alle Ehre und ist für Besucher mit Höhenangst sicherlich eine kleine Mutprobe. Die Plattform endet in einem kleinen Rondell, in dem sich den Besuchern ein atemberaubender Rundumblick eröffnet.
Stand Ende 2023 waren rd. 40 km² Betriebsfläche, 6 Schaufelradbagger mit einer Kapazität von 110 - 240.000 m³/Tag, 6 Absetzer mit einer Kapazität von110 - 240.000 m³/Tag und 95 km Gesamtlänge Bandanlagen in Betrieb.

Nach dieser interessanten Rundfahrt über das Geländer Garzweiler ging es weiter zu unserem Hotel nach Mönchengladbach. Nach dem Einchecken und ein wenig Ruhe gingen wir gemeinsam zum Brauereigasthof, wo wir ein Abendbuffet hatten. Da wir aber alle so bald aufstehen mussten und auch die Hitze uns zu schaffen machte, war der Abend sehr kurz und wir gingen alle sehr früh schlafen. Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück gestärkt auf die Heimreise. Mit einem Zwischenhalt im Taunus zum Mittagessen kamen wir wieder alle gesund beim Müllheizkraftwerk an.
Unser Bericht schließt mit einem treffenden Zitat von Juliane Gruber:
"Der Besuch im Tagebau Garzweiler hat uns eindrucksvoll gezeigt, auf welch starkem Fundament unsere Industrie und unsere Gewerkschaft stehen. Doch Tradition allein reicht nicht aus – wie der Bergbau muss auch die IGBCE den Wandel gestalten und mutig nach vorne blicken.
An diesem heißen Wochenende nehmen wir die Kraft, den Zusammenhalt und die Stärke der Kolleginnen und Kollegen mit. Lassen wir uns davon inspirieren, als Ortsgruppe gemeinsam Zukunft zu gestalten – engagiert, solidarisch für den Bezirk Ulm"
Es war wieder ein gelungener Zweitagesausflug,
Glückauf euer Ortsgruppenvorstand.